
Der 27. Internationale Preis Fair Play Menarini war eine Veranstaltung, die mit großem Erfolg beendet wurde. In Florenz und Fiesole fanden drei sportliche Tage statt, an denen sowohl das Publikum als auch die Athleten begeistert teilnahmen.
Bei den Veranstaltungen stand die Philosophie des Fairplay im Mittelpunkt, die als Leitmotiv für die Aktivitäten an den wunderschönen Orten der Florentiner Metropolregion diente.
Das Programm für das Jahr 2023 begann mit der Talkshow “I campioni si raccontano” (Die Meister erzählen ihre Geschichten) am Montag, dem 3. Juli. Am Dienstag, dem 4. Juli, folgte ein festliches Galadinner, und der Höhepunkt war die Preisverleihung am Mittwoch, dem 5. Juli.
Gespräche auf der Piazza della Signoria in Florenz mit Edwin Moses, Giancarlo Antognoni, Tommie Smith und Arrigo Sacchi
Sportlegenden wie Edwin Moses, Tommie Smith, Arrigo Sacchi und Giancarlo Antognoni waren die Hauptdarsteller der Sendung “I campioni si raccontano”, die vom Journalisten Ivan Zazzaroni im prächtigen Arengario des Palazzo Vecchio in Florenz moderiert wurde.
In den angeregten Gesprächen zeigten die Gäste ihre bemerkenswerte Kompetenz als Botschafter des Fair Play Menarini und als stolze Vertreter der schönsten Seiten des Sports. Besonders hervorzuheben ist der Beitrag des Sprinters Tommie Smith, der im Jahr 1968 symbolisch den Mantel der Konformität zerriss, der die olympische Welt bis zu einem gewissen Grad beherrschte. Seine ikonische erhobene Faust auf dem Podium des 200-Meter-Finales entsprang einer bedeutenden Erkenntnis: dass er zum Symbol für eine gesamte Gemeinschaft werden könnte.
“Wir waren uns unsicher, wie wir handeln sollten. Als Studenten, die für ihre Schnelligkeit bekannt waren, standen wir vor einer Herausforderung”, erklärte Smith während der Abendveranstaltung am 3. Juli. “1968 wurden wir volljährig. Wir mussten dafür sorgen, von allen gesehen zu werden, da unsere Stimmen beim Thema Rassismus bisher oft ungehört geblieben waren.”
Smith machte außerdem auf die Beziehung von Sport und Bildung aufmerksam, die in den Augen der Stiftung “Fair Play Menarini” untrennbar zusammen gehört.
“Unser Sieg spricht Bände: Wir haben für die Rechte der Menschen gekämpft”, betonte der ehemalige US-Rekordhalter. “Man muss auf das hören, was einem das eigene Herz sagt, so wie es die Kinder in Mexiko-Stadt 1968 taten. Bildung sollte etwas sein, das dich dazu bringt, jemand zu werden und anderen in der Gesellschaft zu helfen.”
Edwin Moses, ein entschiedener Befürworter im Kampf gegen Doping und Ungleichheit, verkörpert diese tiefgreifenden Prinzipien. Als einer der größten Vierfach-Weltmeister in der Geschichte des Sports ist Moses überzeugt davon, dass die Verbindung von Vielfalt, Sport und Bildung den Schatz an Erfahrungen eines Champions unschätzbar bereichert.
“Seit 46 Jahren kenne ich Tommie”, erklärte Moses in der Talkshow. “Wir stammen aus ähnlichen Familien, in denen Bildung stets einen hohen Stellenwert einnahm, und wir teilten die Leidenschaft für den Sport. Die Möglichkeit, sowohl Student als auch Sportler zu sein, faszinierte mich, da ich die harmonische Verbindung von Geist und Körper schätzte. Außerdem bin ich in einer akademischen Familie aufgewachsen, in der die Bedeutung von Bildung immer betont wurde. Im Laufe meiner zahlreichen Reisen durch Europa und die Welt konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln. Diese grundlegenden Werte wurden mir von meiner Familie vermittelt, und dafür bin ich äußerst dankbar.”
Arrigo Sacchi lenkte das Gespräch auf die Qualitäten, die notwendig sind, um eine geschlossene Mannschaft aufzubauen: “Für mich war es entscheidend, eine Mannschaft zu leiten, in der jeder Spieler sowohl in der Offensive als auch in der Defensive aktiv mitwirkt. Ich habe stets daran geglaubt, dass im Fußball drei Schlüsselelemente von höchster Bedeutung sind: Motivation, ein starker Teamgeist und die Spielweise. Daher habe ich mich nie auf die technischen Fähigkeiten der Spieler konzentriert, sondern eher auf ihre Intelligenz, denn ich wollte verlässliche Persönlichkeiten.”
Giancarlo Antognoni schloss sich den Worten von Sacchi an und drückte seine tiefe Verbundenheit zur Stadt Florenz aus, wo er nicht nur als Fußballer, sondern auch als Mensch gereift ist: “Ich habe für meine Mannschaftskameraden gespielt, persönlicher Ruhm war nie mein Ziel. Ich sehe mich selbst als Teamspieler, denn Spiele kann man nicht alleine gewinnen. Vielleicht habe ich weniger Titel gewonnen als die anderen anwesenden Preisträger, aber ich habe etwas erreicht, das sie nicht erreicht haben: die Liebe und Zuneigung der Florentiner Bevölkerung.”