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Welttag der Patientensicherheit 2026: Sicherheit auf dem gesamten Versorgungsweg
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Jedes Jahr am 17. September lädt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Regierungen, Gesundheitseinrichtungen, Patientinnen und Patienten sowie Gemeinschaften in aller Welt dazu ein, innezuhalten und sich einer ebenso einfachen wie entscheidenden Frage zu stellen: Wie lässt sich die Gesundheitsversorgung für alle sicherer machen? Seit seiner Einführung durch die Weltgesundheitsversammlung im Jahr 2019 hat sich der Welttag der Patientensicherheit als wirkungsvolles Instrument der weltweiten Mobilisierung gegen vermeidbare Schäden im Gesundheitswesen etabliert; jedes Jahr rückt dabei ein anderes Schwerpunktthema in den Fokus.

2026 gilt die Aufmerksamkeit einer Herausforderung, die Milliarden von Menschen betrifft: der Sicherheit derjenigen, die mit einer nichtübertragbaren Krankheit (NCD) leben, also mit nicht ansteckenden, chronisch verlaufenden Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, Diabetes oder chronischen Atemwegserkrankungen. Unter dem Motto Safe care for life! (“Sichere Versorgung ein Leben lang!”) ruft die diesjährige Kampagne alle Akteure des Gesundheitswesens dazu auf, Schäden in jeder Phase des NCD-Versorgungswegs vorzubeugen: Denn wer eine chronische Erkrankung bewältigt, für den ist Sicherheit ein Weg, der ein ganzes Leben währt.

Behandlung ohne Risiko: die vermeidbaren Schäden im Gesundheitswesen

Die Zahlen zur Patientensicherheit sind alarmierend. Weltweit trägt rund jeder zehnte Patient bei der Behandlung einen Schaden davon, und mindestens die Hälfte dieser Fälle ließe sich vermeiden. Unerwünschte Ereignisse dürften global zu den zehn häufigsten Ursachen für Tod und Behinderung zählen; rund zwei Drittel dieser Ereignisse, und ebenso viele der dadurch verlorenen Lebensjahre, entfallen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die volkswirtschaftlichen Kosten, verlorene Menschenleben, bleibende Invalidität und Produktivitätseinbußen eingerechnet, werden auf jährlich mehrere Billionen geschätzt; die seelische Belastung für Patienten und Angehörige lässt sich schwerer beziffern, wiegt aber nicht minder schwer.

Vor diesem Hintergrund erkannte die Weltgesundheitsversammlung 2019 die Patientensicherheit als globale Gesundheitspriorität an, und im Jahr darauf brachte die WHO ihre Leitinitiative auf den Weg: A Decade of Patient Safety 2020–2030. Doch trotz vielversprechender Pionierarbeit in einzelnen Bereichen blieben die weltweiten Bemühungen der vergangenen fünfzehn Jahre ohne durchgreifende Wirkung. Das führt uns vor Augen, dass Sicherheit aktiv verankert werden muss: in Kulturen, Prozessen, Technologien und Verhaltensweisen, in jeder Phase des Versorgungswegs.

Warum stehen nichtübertragbare Krankheiten im Mittelpunkt?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen: Nichtübertragbare Krankheiten betreffen Milliarden von Menschen in aller Welt und verursachen jedes Jahr rund 43 Millionen Todesfälle, fast drei Viertel (74 %) der weltweiten Gesamtzahl; die meisten davon entfallen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Hinter diesen Zahlen verbergen sich unzählige Einzelschicksale, geprägt von jahrelangen Therapien, regelmäßigen Kontrollen und täglichem Selbstmanagement.

Gerade dieses Zusammenspiel von Komplexität und langer Krankheitsdauer setzt Menschen mit NCDs einem erhöhten Risiko vermeidbarer Schäden aus. Wer mit einer chronischen Erkrankung lebt, wird in der Regel über viele Jahre hinweg in verschiedenen Einrichtungen und von unterschiedlichen Behandelnden versorgt: Jeder Übergang, jede Verschreibung, jede diagnostische Untersuchung ist eine potenzielle Fehlerquelle. Durch den wiederholten Kontakt mit dem Gesundheitssystem summiert sich das Risiko im Laufe der Zeit: Bei manchen Erkrankungen, etwa Krebs, ist bis zu jeder dritte Patient während der Behandlung von unerwünschten Ereignissen betroffen. Viele Menschen leben zudem mit mehreren chronischen Erkrankungen gleichzeitig, was die Gefahr zusätzlich erhöht. Zu den häufigsten Ursachen für Schäden zählen verzögerte Diagnosen, Medikationsfehler, behandlungsassoziierte Infektionen und der unsichere Umgang mit Medizinprodukten.

Verstärkt werden diese Risiken durch die Schwachstellen der Gesundheitssysteme (Hürden beim Zugang zur Versorgung, fragmentierte und schlecht koordinierte Dienste) sowie durch die umfassenderen Gesundheitsdeterminanten: Armut, geringe Gesundheitskompetenz, Stigmatisierung, Diskriminierung, schädliche Umwelteinflüsse.

Die Ziele für 2026

Die Kampagne 2026 nimmt den Versorgungsweg bei NCDs in seiner ganzen Breite in den Blick: Prävention, Früherkennung, Diagnose, Behandlung (einschließlich Selbstmanagement), Rehabilitation und Palliativversorgung. Um die Sicherheit über dieses gesamte Kontinuum hinweg zu gewährleisten, braucht es Gesundheitssysteme mit einer starken Primärversorgung, die den Zugang erleichtern, die Abläufe koordinieren und den Menschen in den Mittelpunkt stellen, nicht die Krankheit.

Eine zentrale Botschaft, die sich bei der Vorbereitung der Kampagne herauskristallisiert hat, lautet: Sichere Versorgung endet nicht an den Mauern von Krankenhäusern und Praxen. Wer mit einer NCD lebt, sollte als aktiver Mitgestalter des eigenen Versorgungswegs gelten, nicht als bloßer Patient; und Sicherheit betrifft das tägliche Leben insgesamt, nicht nur die Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Die Kampagne verfolgt vier Hauptziele:

●       weltweit das Bewusstsein dafür zu schärfen, welche Herausforderungen NCDs entlang des gesamten Versorgungskontinuums für die Patientensicherheit mit sich bringen, unter Berücksichtigung krankheitsspezifischer Faktoren, der Schwachstellen der Gesundheitssysteme und jener Gesundheitsdeterminanten, die das Schadensrisiko erhöhen;

●       Menschen mit NCDs und ihre Gemeinschaften aktiv daran zu beteiligen, Risiken zu erkennen und gemeinsam mit Gesundheitsfachkräften, Führungskräften der Einrichtungen und politischen Entscheidungsträgern Lösungen zu entwickeln;

●       die Stakeholder zu ermutigen, die Grundsätze der Patientensicherheit fest in Gesetzgebung, Politik, Strategien und NCD-Programmen zu verankern, mit besonderem Augenmerk auf der Stärkung von Systemen, die auf die Primärversorgung ausgerichtet sind;

●       das Gesundheitspersonal dabei zu unterstützen, Sicherheitspraktiken zu festigen: von einer sichereren Diagnostik über die Arzneimitteltherapiesicherheit bis hin zu einer echten Einbindung der Patienten.

Diese Ziele sind in einen umfassenderen internationalen Rahmen eingebettet: den Globalen Aktionsplan der WHO zur Prävention und Bekämpfung von NCDs (verlängert bis 2030), den Globalen Aktionsplan für Patientensicherheit 2021–2030 und die Politische Erklärung der Vereinten Nationen zu NCDs und psychischer Gesundheit aus dem Jahr 2025, in der sichere Versorgung als wesentlicher Baustein für bessere Gesundheitsergebnisse anerkannt wird.

Das Engagement der Menarini-Gruppe: Patienten und Betreuungspersonen stärken

Sicherheit zu gewährleisten heißt nicht nur, in hochmodernen klinischen Einrichtungen zu arbeiten: Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz, der bei jeder medizinischen Entscheidung den Patienten und diejenigen, die ihn begleiten, in den Mittelpunkt stellt. Die aktive Einbindung von Patienten und Angehörigen gilt international als eine der wirksamsten Strategien, um Therapiefehler zu reduzieren und die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Anlässlich dieses Tages erneuert die Menarini-Gruppe ihr Engagement dafür, dass pharmazeutische Innovation immer stärker mit konkreten Bildungsangeboten entlang des gesamten Versorgungswegs einhergeht.

Für Menarini beginnt Patientensicherheit im Labor und reicht bis in die eigenen vier Wände. Denn oft hängen Wirksamkeit und Sicherheit einer Behandlung auch von jenen ab, die dem Patienten im Alltag zur Seite stehen. Die erhobenen Daten zeigen, dass sich über 40% der Patienten in erster Linie auf ein Familienmitglied als Betreuungsperson verlassen: Menschen, die nicht selten komplexe chronische Therapieschemata bewältigen müssen, ohne dafür angemessen geschult zu sein. Dieser Mangel an Unterstützung und Problembewusstsein birgt konkrete Risiken: Real-World-Daten belegen, dass fehlende Schulungsangebote einer optimalen Therapietreue im Weg stehen.

Als Antwort darauf arbeitet die Menarini-Gruppe an integrierten Modellen, bei denen die medikamentöse Therapie durch eigens konzipierte Patient Support Programs (PSPs) ergänzt wird. Ziel ist eine Gesundheitsbildung, die den Patienten schützt und Fehlern im Selbstmanagement vorbeugt.

Ein konkretes Beispiel dieser Vision ist das Programa de Todo Corazón Plus (PDTC+), eine patientenzentrierte Initiative der Menarini-Gruppe in Lateinamerika. Das Programm stützt sich auf das strukturierte CARES-Modell (Community, Adhesion, Resources, Empowerment and Support: Gemeinschaft, Adhärenz, Ressourcen, Empowerment und Unterstützung) und will die Gesundheit der Patienten rundum fördern.

Durch die Kombination von Präsenztreffen und modernen digitalen Werkzeugen will das Programm Patienten und Betreuungspersonen die Kompetenzen vermitteln, die für einen sichereren Umgang mit der Krankheit erforderlich sind. Den Betreuungspersonen sind eigene Ressourcen gewidmet; hinzu kommen eine grundlegende Ernährungsbildung, Empfehlungen zur körperlichen Aktivität mit Schwerpunkt auf der kardialen Rehabilitation (angeboten in virtuellen Sitzungen oder in Präsenz) sowie psychologische Unterstützung, um den Moment der Diagnose besser zu bewältigen.

Die klinischen Ergebnisse bestätigen: Ein informierter und unterstützter Patient ist ein sichererer Patient. In den ersten zwölf Behandlungsmonaten innerhalb des Programms wurde eine Therapietreue von 90% verzeichnet, ein entscheidender Meilenstein, um Abweichungen von den ärztlichen Verordnungen vorzubeugen und bessere klinische Ergebnisse zu sichern.

Eine Welt in Orange

Rund um den 17. September 2026 finden weltweit Sensibilisierungskampagnen, politische Dialoge, Fachveranstaltungen und Initiativen lokaler Gemeinschaften statt. Wie in den Vorjahren wird die Kampagne auch diesmal von ihrer bekanntesten Aktion begleitet: Monumente, Wahrzeichen und öffentliche Plätze werden in Orange erstrahlen, ein weithin sichtbares Zeichen weltweiter Solidarität und eines gemeinsamen Engagements, das uns alle angeht. Denn wer Menschen mit chronischen Erkrankungen sicher versorgt, gewährleistet im wahrsten Sinne des Wortes sichere Versorgung ein Leben lang.